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Warum die Kastration bei Katzen so wichtig ist

Immer wieder sehe und höre ich von unkastrierten Katzen oder ungewolltem Katzennachwuchs und das macht mich richtig sauer und traurig zugleich. Sauer auf die Menschen, die das zulassen und traurig wegen dem damit einhergehenden Leid der Tiere.

Denn es ist wirklich nicht schwer eine Katze kastrieren zu lassen, aber es kann vielen Tieren dadurch so unendlich viel Leid erspart werden.

Deswegen möchte ich hiermit nochmal deutlich auf diese Missstände eingehen und aufzeigen warum die Kastration bei Katzen so unglaublich wichtig ist!

„Ich möchte einmal Katzenbabys haben“

Am meisten ärgere ich mich über die Menschen, die sich aus egoistischen Gründen total verantwortungslos gegenüber den Katzen verhalten. Wenn ich schon lese, dass jemand unbedingt mal Katzenbabys haben möchte und seine Katze deswegen nicht kastrieren lässt, fängt es in mir direkt an zu brodeln.

„Katzenbabys sind so süß, deswegen möchte ich, dass meine Katze auch unbedingt welche bekommt!“ – das hat nichts mit Tierliebe zu tun!

Es gibt schon mehr als genug Katzen und auch Katzenbabys auf dieser Welt. Da muss man nicht noch nachlegen, weil sie ja „ach so süß sind“.

Klar, Katzenbabys sind total niedlich und super süß, gar keine Frage. Aber man sollte schon so verantwortungsbewusst sein seine eigenen Wünsche da einfach hinten anzustellen.

Wenn der Wunsch nach Katzenbabys so groß ist, dann besteht immer noch die Möglichkeit ins Tierheim zu gehen und dort seine Hilfe anzubieten.

Denn dort wird sie wirklich gebraucht und man kann dich trotzdem mit Katzenbabys und Katzenkindern umgeben.

Anmerkung

Sich um Katzenbabys zu kümmern ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Da gehört schon einiges an Wissen dazu, damit am Ende auch eine selbstbewusste und soziale Katze bei raus kommt.

Sylvia von Minikatz ist selbst Pflegestelle für Katzenbabys / -kinder und gibt täglich Einblicke in ihren Alltag. Aber sie zeigt auch, was es für die Katzen bedeutet, wenn sie nicht kastriert werden. Denn man bekommt auch immer das Leid der eintreffenden Babys zu sehen. Ihr Instagram Account ist also auf jeden Fall einen Blick wert, denn sie leistet Tag für Tag so unglaublich tolle Arbeit!

Alles nur Ausreden!

Seine Katze nicht zu kastrieren oder zumindest nicht frühzeitig, dafür gibt es viele Ausreden. Aber es sind dann eben immer noch genau das: Ausreden.

„Eine frühe Kastration wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Katze aus“

Es ist ganz egal, ob männlich oder weiblich – beide Geschlechter sollten frühzeitig kastriert werden. Dies ist sogar bereits ab einem Alter von 12 Wochen möglich und nennt sich Frühkastration. Diese Ausrede zählt also nicht.

Auch, wenn manche Tierärzte immer noch der Meinung sind, dass die Katze erst einmal rollig werden muss. Begründungen hierfür sind oft sowas wie, dass Katzen in ihrem Wachstum eingeschränkt werden, wenn sie „zu früh“ kastriert werden. Obwohl dies totaler Blödsinn ist und solche Aussagen bereits widerlegt wurden.

„Meine Katze soll einmal Mutter werden dürfen“

Hin und wieder hört man auch mal, dass man der Katze im Falle einer (rechtzeitigen) Kastration die Chance nimmt einmal das „Mutterglück“ zu spüren. Das ist aber absoluter Bullshit.

Ersteres ist bereits durch tierärztliche Langzeitstudien widerlegt worden und Letzteres ist einfach nur eine Projektion von uns Menschen auf die Katze. Der Katze fehlt überhaupt nichts, wenn sie nicht Mutter wird.

Ganz im Gegenteil, ihr Leben ist vermutlich sogar viel unbeschwerter und entspannter. Sie darf ihre eigene Kindheit und Jugend vollkommen ausleben und wird nicht frühzeitig durch den Stress des Geschlechtstriebs oder Nachwuchs daran gehindert.

Eine Katze kann durchaus auch schon mit 4 – 6 Monaten geschlechtsreif werden und Babys bekommen. Das entspricht in etwa dem Alter eines 10 jährigen Menschen.

Und wenn wir mal ehrlich sind, dann würden wir nie im Leben auf die Idee kommen in dem Alter selbst schon „das Mutterglück“ spüren zu wollen oder es unseren eigenen Kindern aufzwingen (mal ganz davon abgesehen, dass es bei Menschen im Alter von 10 Jahren noch nicht möglich wäre Kinder zu bekommen).

„Kastration bei Katzen ist Tierquälerei“

Ganz klares NEIN! Eine Kastration ist auch keinesfalls Tierquälerei oder gegen die Natur der Katze. Der Geschlechtstrieb ist in der Tat sogar eher schlecht für die Katze, denn es bedeutet Stress pur!

Allerdings nicht nur für die Katze selbst, auch für uns Menschen und weitere im Haushalt lebende Tiere. Wer schon mal eine rollige Katze zu Hause hatte, weiß wovon ich spreche. Im Fall von unserer Katze Nala lag das vor allem daran, dass sie ständig ÜBERALL hingepinkelt hat – Sofa, Bett, Küchenzeile, Tapete, Waschmaschine, …

Außerdem kann durch eine Kastration auch die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten, wie Gebärmutterentzündungen oder Gesäugetumore stark vermindert werden.

„Kastrieren ist mir zu teuer“

Auch die Kosten lasse ich nicht als Ausrede gelten, denn die sind wirklich nicht hoch und in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) mit folgenden Richtwerten festgelegt:

*Nettopreise zzgl. 19 % Mehrwertsteuer

Darüber hinaus können natürlich auch noch weitere Kosten für Medikamente oder Verbrauchsmaterial entstehen.

Aber auch dies kostet alles kein Vermögen. Die Kosten werden manchmal sogar von der Krankenversicherung der Katze übernommen, insofern eine vorhanden ist.

Unkastrierte Katzen aus Privathaushalten sind ein großes Problem

Wenn die Katze Freigang genießt, ist es umso wichtiger das Tier frühzeitig kastrieren zu lassen. Am besten sogar bevor die Katze das erste Mal raus darf. Denn nur so ist es möglich eine unkontrollierte Fortpflanzung zu vermeiden.

Unkastrierte Katzen aus Privathaushalten tragen nämlich einen nicht unerheblichen Teil zur Überpopulation der Katzen bei.

Gerade bei Katern wird das Kastrieren gerne mal vernachlässigt oder für „nicht so wichtig“ erachtet. Schließlich hat man dann ja nichts selbst die Babys am Hacken, sondern die Besitzer des Muttertieres (insofern es keine frei lebende Katze betrifft).

Diese Meinung ist jedoch alles andere als verantwortungsvoll und einfach nur asozial!

Das Problem mit der Überpopulation von Katzen

Derzeit leben über 100 Mio. Katzen allein in Europa, 14,8 Mio. davon in Deutschland (Quelle: Statista, Stand: 2019). Und es werden täglich immer mehr. Denn eine Katze bekommt in der Regel ca. drei bis sechs Babys pro Wurf und das im schlimmsten Fall zweimal im Jahr.

Rein rechnerisch könnte also eine einzige Katze (inkl. des jeweiligen Nachwuchses) in wenigen Jahren bereits eine 6-stellige Anzahl an Katzen in die Welt setzen. Und das ist nur EINE EINZIGE Katze.

Quelle: PETA Deutschland e.V.

Kaum vorstellbar, wie sich das Ganze entwickelt, wenn man nicht nur eine Katze betrachtet, sondern viele 1.000 Katzen und ihren Nachwuchs.

Das bedeutet, dass die Population der Katzen exponentiell ansteigt und die ganze Situation sehr schnell eskalieren würde, wenn man Katzen nicht kastriert. Das Problem ist allerdings, dass bereits eine Überpopulation an Katzen vorhanden ist.

Das liegt jedoch nicht an den im Verhältnis kleinen Anteil an seriösen Katzenzüchtern, sondern viel mehr an den unkastrierten Katzen aus Privathaushalten und den Straßenkatzen, die sich immer weiter vermehren und konstant für Nachwuchs sorgen.

Nur Kastration kann diese Überpopulation verringern und Tierleid vermeiden!

Was passiert wohl mit den meisten dieser Katzen? Genau, das traurige Schicksal der Katzen wird bereits bei ihrer Geburt besiegelt.

Denn ich glaube kaum, dass jede dieser Millionen von Katzen ein schönes und liebevolles Zuhause findet, wo sie ein langes, gesundes und glückliches Leben führen können. Sprich, das Leid für den Großteil der Katzen ist quasi vorprogrammiert.

Eine Kastration erspart viel Tierleid

Eine „normale“ Katze ist nicht vergleichbar mit einer Wildkatze, die sehr gut auch ohne menschliches Zutun zurechtkommt. Die domestizierten Hauskatzen sind einfach nicht für ein eigenständiges Leben auf den Straßen gemacht.

Sie sterben ohne menschliche Hilfe und Fürsorge häufig sehr früh und oft qualvoll. Das muss wirklich nicht sein.

Gerade wenn plötzlich ungewollter Nachwuchs unterwegs ist, werden Katzen häufig ausgesetzt. Entweder noch während der Trächtigkeit und die Katzenmama muss ihre Jungen an einem ungemütlichen, schmutzigen und ggf. kalten Ort zur Welt bringen oder kurz nach der Geburt. Und das auch noch an Orten, wo sie kaum gefunden und sich einfach selbst überlassen werden.

Ich höre und lese so oft von Katzenbabys, die ohne Mama in einem Pappkarton auf einer Raststätte oder einem verlassenen Parkplatz gefunden wurden und schon halb verhungert, total unterkühlt oder schwer- bis todkrank sind.

Wie kann man als Mensch überhaupt so grausam und zu so etwas fähig sein? Das geht einfach nicht in meinen Kopf rein…

Wenn eure Katze schon nicht kastriert ist und Nachwuchs bekommt, dann habt doch wenigstens den Arsch in der Hose und gebt die Babys im Tierheim oder bei einem Tierarzt ab und stellt sie nicht irgendwo im nirgendwo ab, wo sie qualvoll verenden!

Straßenkatzen haben es besonders schwer

Vor allem Straßenkatzen sind alles andere als vom Glück gesegnet. Denn wie der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Website berichtet, leiden „viele der Straßenkatzen […] unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- oder Unterernährung“.

Durch die Überpopulation herrscht oft Futtermangel und Krankheiten werden schneller übertragen. Es ist Tag für Tag ein Kampf ums reine Überleben. In einigen Ländern werden die Straßenkatzen sogar schon als eine Art Plage angesehen.

So zum Beispiel auf Gran Canaria, wo unser Kater Luke herkommt. Der Tierschutzverein CanariGatos hat mir im Zuge von Lukes Adoption erzählt, dass es dort nicht selten vorkommt, dass die Katzen sehr schlecht behandelt oder sogar misshandelt werden. Auch absichtliche Tötungen sind keine Seltenheit, sondern oft an der Tagesordnung. Das finde ich einfach grausam…

Anmerkung

Allein schon durch Lukina, eine Straßenkatze auf Gran Canaria und die Mama von unserem Kater Luke, sind vermutlich schon so viele Katzen unnötigerweise auf die Welt gekommen. Sie ist schon ein paar Jährchen alt und hat vermutlich mindestens 1 bis 2x im Jahr geworfen.

Für Luke und seine Geschwister aus dem Wurf danach, sowie für Lukina selbst, ist es nochmal gut ausgegangen. Sie haben alle ein liebevolles Zuhause gefunden, die Mama ist nun kastriert und auch ihr Nachwuchs wird in der Hinsicht demnächst nachziehen.

Aber viele ältere Geschwister leben vermutlich immer noch unkastriert auf den Straßen von Gran Canaria. Dort haben sie vermutlich selbst schon öfters Junge bekommen oder sind im schlimmsten Fall verhungert, überfahren worden oder an einer unbehandelten Krankheit gestorben. Sowas muss absolut nicht sein!

Tierheime sind oft überfüllt

Aber nicht nur die Straßenkatzen haben Probleme. Auch die Katzen, die es ins Tierheim geschafft haben, bekommen immer wieder zu spüren, dass die Tierheime massiv überfüllt sind.

Viele Einrichtungen können diese Massen an Tieren finanziell und vor allem räumlich einfach nicht (mehr) stemmen. Auch wenn sie gerne allen Tieren helfen und gerecht werden würden.

Jedes Jahr werden ca. 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben.

Davon sind ca. 43 % Katzen. Das sprengt den Rahmen und zeigt einmal mehr, warum Kastration bei Katzen so wichtig ist!

Tipp

Wenn du dein örtliches Tierheim unterstützen möchtest, dann biete dich gerne als Pflegestelle an und nimm eine oder mehrere Katzen vorübergehend bei dir auf, bis sie in ein schönes Zuhause vermittelt wurden.

Kastrationspflicht als Lösung für das Problem?

Der Deutsche Tierschutzbund sieht in einer flächendeckenden Kastrationspflicht die Lösung für das Problem mit der Überpopulation und den damit einhergehenden Umständen.

Wenn zumindest alle Katzen aus Privathaushalten gesetzlich kastriert werden müssen, wäre das auf jeden Fall schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Denn je weniger potente Kater und je weniger rollige Katzen es gibt, desto weniger Nachwuchs kommt auf die Welt und desto eher kann das exponentielle Wachstum gestoppt werden oder die Kurve zumindest abgeflacht werden.

Zum Glück gibt es schon einige tierfreundliche Städte und Gemeinden, die bereits eine entsprechende Verordnung eingeführt haben (siehe Website des deutschen Tierschutzbundes). Aber da geht definitiv noch mehr!

Ebenso wichtig ist jedoch auch die Kastration von Straßenkatzen. Deswegen werden auch regelmäßig Kastrationsaktionen von Tierschutzvereinen durchgeführt.

Hierfür wird natürlich eine Menge Geld benötigt und da die Vereine auf ehrenamtlicher Basis arbeiten, sind sie auf Spenden angewiesen.

Da ist es gern gesehen, dass es sich auch einige Tierärzte zur Aufgabe gemacht haben herrenlose Katzen kostenlos zu kastrieren, um so etwas gegen das Tierleid zu unternehmen.

Ich bin #ProKastration und du?

Bei meiner Recherche bin ich auch über die Katzenschutz-Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ gestolpert und finde diese Worte sehr treffend.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

Denn genau dieser Meinung bin ich ebenfalls und die Kampagne bringt es einfach so gut auf den Punkt. Deshalb ist es mir auch so wichtig mit diesem Beitrag hier auf das Thema aufmerksam zu machen.

Es liegt nicht nur an den Tierschutzvereinen etwas gegen das Katzenleid und die unkontrollierte Vermehrung zu tun. Es liegt genauso in der Verantwortung jedes Einzelnen von uns. Und gemeinsam können wir das Problem beheben und für mehr Tierwohl sorgen!

Also: Lass deine Katze kastrieren, verhindere unnötiges Tierleid und mach ebenfalls auf das Thema aufmerksam!

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Über uns
Wer steckt hinter Fensterkatzen?

Der Mensch hinter dem Blog, das bin ich – Maria, 28 Jahre jung. Zu den Katzen zählen Nala & Flash, die im Oktober 2016 im Alter von 14 Wochen bei mir und dem Katzenpapa eingezogen sind. Im Juli 2020 kam dann noch der kleine Luke hinzu. Gemeinsam leben wir in Hannover und genießen den Trubel, den die drei Rabauken Tag für Tag in unsere Wohnung bringen.

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