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Wie Luke (nicht) zu uns kam

Bei Instagram und Facebook habe ich es ja bereits bekannt gegeben: Wir haben felligen Zuwachs bekommen! Sein Name ist Luke, er ist jetzt ca. 1 Jahr alt und seit Ende Juli endlich bei uns. Endlich, weil er eigentlich schon vor Monaten zu uns fliegen sollte, aber es immer wieder nicht geklappt hat. Deswegen möchte ich heute einfach mal ein bisschen was über ihn und seine Vorgeschichte erzählen und darüber, wie Luke (nicht) zu uns kam.

WARUM ÜBERHAUPT EINE DRITTE KATZE?

Fangen wir erstmal ganz von vorne an. Wer regelmäßig das Geschehen hier auf dem Blog und in den sozialen Medien verfolgt, der weiß, dass Nala und Flash zwar Geschwister sind, aber durch ihre unterschiedlichen Geschlechter und Charaktere einfach manchmal aneinander geraten und nicht unbedingt das typische geschwisterliche Verhältnis haben. Das sieht dann leider häufig so aus, dass Flash auf Nala losgeht. Teilweise einfach nur aus Frust, aber manchmal eben auch einfach, weil er gerne Toben und Raufen möchte. Nala findet das jedoch so gar nicht lustig.

Um Nala etwas mehr Ruhe zu gönnen und Flash besser auszulasten, hatten wir immer wieder überlegt, ob wir ihm einen Spielpartner zur Seite stellen sollten. Lange Zeit waren wir jedoch unsicher, ob das wirklich eine gute Idee ist oder ob es nicht zu noch mehr Problemen führen würde. Und so verging Monat um Monat. Das Schicksal hat letztendlich jedoch für uns entschieden und nun stehen wir hier – mit drei Katzen.

WIE ALLES BEGANN

Wie der Zufall es so will, fing die Geschichte damit an, dass mir im November 2019 der Tierschutzverein CanariGatos e.V. auf Instagram gefolgt ist und ich mir ihren Account einfach mal angesehen habe. Die CanariGatos kümmern sich um Straßenkatzen auf Gran Canaria und unter ihnen war auch ein super süßer, roter Kater namens Aslam. Über ihn sind wir dann ganz unverbindlich ins Plaudern gekommen.

Das Thema dritte Katze war bei uns eigentlich inzwischen mal wieder vom Tisch, aber ich war schon ein kleines bisschen verliebt in den süßen Fratz. Und je mehr wir so darüber nachdachten, desto reizvoller wurde der Gedanke es einfach zu tun und eine weitere Katze zu adoptieren. Also entschieden wir uns dafür und informierten uns noch ein wenig über das Katerchen und wie das bei Tieren aus dem Ausland so abläuft.

Leider stellte sich kurze Zeit später bei einem weiteren FIV Test heraus, dass er doch FIV positiv ist, obwohl der erste Test negativ ausfiel. Schweren Herzens entschieden wir uns deswegen gegen Aslam. Zwar können FIV positive und negative Katzen durchaus zusammen in einem Haushalt leben, da das Virus hauptsächlich über Bisswunden übertragen wird, aber da Flash beim Spielen doch auch mal etwas grob werden kann, war uns das Risiko einfach zu groß.

Ich war aber dennoch sehr traurig über diesen Verlauf der Geschichte. Zum Glück hatte er aber bereits ein paar Wochen später ein schönes Zuhause direkt auf Gran Canaria bei einem anderen FIV positiven Kater gefunden, was mich sehr gefreut hat.

Nachdem wir uns dann nach ein paar Tagen nochmal über einen anderen (bereits reservierten) roten Kater aus dem Tierschutzverein informiert hatten, wurde ziemlich schnell festgestellt, dass wir wohl eine Vorliebe für rote Kater haben und der kleine Luke wurde uns vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Luke ca. 6 Monate alt und hatte schon einiges durchmachen müssen.

LUKES VORGESCHICHTE

Luke wurde mit ca. 10 Wochen (vermutlich) von einem Auto angefahren, wodurch er einen Hüft- und Oberschenkelhalsbruch erlitten hatte. So ein Unfall ist normalerweise das Todesurteil für ein Kitten auf Gran Canaria, denn durch die Überpopulation dort und die hohen Tierarztkosten für eine ziemlich umfassende und lange Behandlung, werden viele der Katzen einfach auf die Tötungsstation gebracht, wo sie letztendlich eingeschläfert werden…

Luke hatte extrem viel Glück, dass er von der richtigen Person gefunden wurde, die sich um ihn gekümmert und dafür gesorgt hat, dass er bei einer tollen und liebevollen Pflegestelle vor Ort unterkommen und wieder gesund werden konnte.

Nach seinem Unfall Ende Oktober 2019 musste er jedoch erstmal operiert werden. Er hat einen externen Fixateur bekommen, damit seine Knochen wieder einigermaßen ordentlich zusammenwachsen können. Zwar kannten wir Luke zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber als ich ein Video von ihm bekommen habe, auf dem er versucht mit dem Fixateur zu laufen, hat mir das Herz geblutet. Es war kein schöner Anblick eine Katze so leiden zu sehen…

Anfang Dezember 2019, im Alter von ca. 14 Wochen, wurde Luke dann nochmal operiert, um den Fixateur wieder zu entfernen und zu schauen, ob alles wieder gut verheilt war. Dem war zum Glück so und Luke konnte nun endlich wieder spielen, toben und einfach ein fröhliches Katzenkind sein.

ES FING SO GUT AN…

Im Januar 2020 habe ich dann zum ersten Mal mit meiner Kontaktperson bei den CanariGatos telefoniert und mich ein bisschen mehr über Luke, den Verein und den Ablauf informieren lassen. Kurz darauf wurde Luke nochmal auf FIV und FeLV getestet, gechippt und geimpft und wir haben den Interessentenbogen mit der Selbstauskunft abgegeben. Es wurde also langsam immer ernster. Als nächstes sollte eine Wohnungsbesichtigung stattfinden, die leider ausfiel und durch Videos ersetzt wurde. Dann kam Anfang Februar die Zusage vom Verein: Wir dürfen Luke bei uns aufnehmen, yay!

Einen Tag später kam auch schon ein Termin für den Flug nach Hamburg  – der 28.02.2020 sollte es sein. Für uns kam es doch recht überraschend, dass nun alles so schnell gehen sollte und die Aufregung kam prompt! Leider hielt die Euphorie nur ein paar Tage, denn Mitte Februar wurde der Flug wieder abgesagt. Luke durfte nämlich aufgrund von bürokratischen Verzögerungen doch noch nicht so schnell ausreisen. Und diese Absage war quasi der Anfang vom Ende.

…UND DANN KAM CORONA

Der nächste Termin sollte dann der 27.03.2020 sein. Hier wurde die Geschichte aber erst so richtig nervenaufreibend. Corona war so langsam in aller Munde und machte natürlich auch vor Gran Canaria nicht halt.

Die Flugpaten, die Luke mit nach Hamburg nehmen sollten, waren auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs und wollten eigentlich bei Gran Canaria anlegen und von dort aus nach Deutschland fliegen. Erst waren sie nicht zu erreichen, sodass auch dieser Flug bereits ins wanken geriet, denn niemand wusste so wirklich Bescheid, was nun Sache ist. Auch bei der Fluggesellschaft kam man nicht durch, um nachzufragen, ob der Flug überhaupt noch durchgeführt wird.

Einen Tag später wurde dann der Alarmzustand in Spanien ausgerufen und es wurde verkündet, dass Schiffe nur noch bis zum Abend anlegen dürfen. Unglücklicherweise wäre das Kreuzfahrtschiff mit unseren Flugpaten nicht rechtzeitig am Hafen angekommen, sodass die Häfen nun dicht waren und der Flug somit geplatzt.

In der Zwischenzeit stand noch eine weitere Option nach München im Raum, aber auch hier wackelte der Flugpate bereits, weil aufgrund von Corona nicht sicher war, ob er überhaupt fliegen möchte. Kurze Zeit später wurden dann auch die Flughäfen weitestgehend dicht gemacht, wodurch es immer schwieriger wurde noch einen passenden Flug zu finden.

DIE UNENDLICHE SUCHE NACH EINEM FLUG

Es wurden trotzdem immer wieder verschieden Flugoptionen nach ganz Deutschland vorgeschlagen, um Luke irgendwie zu uns zu kriegen. Von Hannover und Hamburg über Frankfurt und Stuttgart bis hin zu München, war quasi alles dabei. Die CanariGatos waren da wirklich sehr engagiert und bemüht.

Alles, in der Hoffnung Luke könnte doch noch irgendwie vermittelt werden. Denn die Angst, dass Adoptanten abspringen, weil sie zu lange auf ein Tier warten müssen, ist bei Tierschutzvereinen natürlich immer da.

KASTRIERT ODER UNKASTRIERT – DAS IST HIER DIE FRAGE

Hätte einer der ersten Termine geklappt, dann wäre Luke unkastriert zu uns gekommen. Das hatte den Grund, dass er mindestens 3 Wochen nach der OP nicht hätte fliegen dürfen. Und anfangs laut Tierärztin auch noch zu wenig auf die Waage brachte für eine Kastration. Da Nala und Flash bereits kastriert sind (wenn auch etwas über Umwege -> siehe Nala’s Rolligkeits-Kastrations-Dilemma), war das für uns auch erstmal in Ordnung. Das Ganze zog sich dann ja aber doch immer mehr in die Länge, also wurde Luke zwischenzeitlich einfach kastriert, sodass dies wenigstens auch schon mal erledigt war.

SOLLTE ES EINFACH NICHT SEIN?

Mitte März wurde dann schon wieder ein Flug storniert. In diesem Zuge haben wir dann beschlossen, dass es im Moment einfach keinen Sinn mehr hat immer wieder nach neuen Flügen zu suchen. Das machte uns nur unnötig Hoffnungen und bereitete dem Tierschutzverein einen Haufen Arbeit, obwohl sie durch die Corona bedingten Einschränkungen eh schon alle Hände voll zu tun hatten, um ihre Schützlinge zu versorgen und irgendwo unterzubringen. Also wurde die Suche nach einem Flug bis auf weiteres ausgesetzt.

Insgesamt standen bis zum finalen Flug ganze acht (bzw. neun, dazu aber gleich mehr) Optionen im Raum, aber bei allen hat es letztendlich leider doch nicht geklappt. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen – Flugpaten meldeten sich nicht mehr oder sprangen ab, Flüge wurden gestrichen oder die Mitnahme von (weiteren) Tieren war nicht mehr möglich. Es war einfach zum Mäuse melken. Ich dachte zwischenzeitlich sogar schon daran, dass es eventuell vielleicht doch einfach nicht sein soll mit der dritten Katze…

DAS WARTEN HAT ENDLICH EIN ENDE!

Doch irgendwann war es dann soweit. Die Fluggesellschaften boten wieder vermehrt Flüge von Gran Canaria nach Deutschland an und die Lage entspannte sich allmählich wieder etwas. Nachmittags am 26.07.2020 sollte Luke dann wirklich zu uns fliegen, diesmal zum Flughafen Halle/Leipzig. Ich war zwar immer noch skeptisch und alles wirkte etwas surreal durch die vielen Monate Wartezeit, aber der Termin rückte immer näher und sollte nun wirklich klappen.

Nur ein paar Tage vorher dann ein kurzer Schockmoment – es kam eine neues Update zu Lukes Flug rein. Im ersten Augenblick dachte ich, dass es jetzt doch schon wieder nicht klappt, aber es war Gott sei Dank ganz anders. Es hatte sich durch Zufall ergeben, dass ein Platz nach Hannover frei geworden ist und das sogar bereits zwei Tage früher, als eigentlich geplant. Das spielte uns natürlich in dem Sinne in die Karten, dass wir nicht so einen weiten Weg vor uns hatten. Allerdings war die Ankunftszeit nicht schön am Nachmittag, wie bei dem Halle/Leipzig Flug, sondern um Mitternacht, wo wir normalweise bereits fröhlich schlummernd im Bett liegen. Aber gut, inzwischen war mir so ziemlich alles Recht, damit wir Luke endlich bei uns haben.

Und dann war es tatsächlich soweit, das warten hatte endlich ein Ende und wir hielten Luke (in der Transportbox) in den Armen!

FORTSETZUNG FOLGT…

MEIN AUFRUF: HELFT TIEREN IN NOT!

Wenn ihr bis hierher gelesen habt, dann macht mich das schon sehr happy! Dann habt ihr aber wahrscheinlich auch gemerkt, wie schwer es Tierschutzvereine, vor allem aus dem Ausland, manchmal haben. Deswegen würde ich mich wahnsinnig freuen, wenn ihr solche Vereine tatkräftig unterstützt!

Wenn ihr etwas Gutes speziell für die CanariGatos tun wollt, dann schaut gerne mal bei ihrem Instagram Account vorbei, folgt, liked, teilt, adoptiert, spendet oder werdet einfach nur Flugpate, wenn ihr sowieso vorhabt mal auf Gran Canaria Urlaub zu machen. Damit kann so vielen Katzen in Not geholfen werden und ihr macht gleichzeitig auch noch die dazugehörigen Adoptanten sehr glücklich!

Hinweis

Für mehr Informationen zum Thema Flugpate werden bitte direkt an die CanariGatos wenden.

Gerade durch Corona hat der Verein sehr viele Katzen zu versorgen, da Kastrationsprojekte nicht durchgeführt werden konnten oder Adoptanten durch die lange Wartezeit abgesprungen sind. Außerdem wird auch immer wieder Futter für die vielen Tiere benötigt, was auf der Insel nicht immer in Mengen zu bekommen ist.

Also: bitte helft den Tieren in Not!

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Über uns
Wer steckt hinter Fensterkatzen?

Der Mensch hinter dem Blog, das bin ich – Maria, 29 Jahre jung. Zu den Katzen zählen Nala & Flash, die im Oktober 2016 im Alter von 14 Wochen bei mir und dem Katzenpapa eingezogen sind. Im Juli 2020 kam dann noch der kleine Luke hinzu. Gemeinsam leben wir in Hannover und genießen den Trubel, den die drei Rabauken Tag für Tag in unsere Wohnung bringen.

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Maria
Katzenmama & Bloggerin

Ich bin seit Oktober 2016 stolze Katzenmama von inzwischen drei Miezen und Katzenliebhaberin aus Leidenschaft. Sollte dies auch auf dich zutreffen, dann bist du hier genau richtig.

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