Katzensichere Wohnung – Was muss ich beachten? // TEIL 1

Katzensichere Wohnung – Was muss ich beachten? // TEIL 1

Ich beschäftige mich zwar erst seit knapp 2,5 Jahren intensiver mit dem Thema “Katzen”, aber dennoch habe ich schon viel zu oft von Unfällen im Haushalt gehört, bei denen Katzen verletzt wurden oder sogar ums Leben gekommen sind. Dies liegt aber nicht an der „Dummheit“ der Katze, sondern an den Menschen. Entweder, weil sie allgemein nicht richtig aufgepasst haben oder weil die Wohnung nicht ausreichend gesichert war. Und darum soll es hier nun auch gehen. Eine wichtige Frage vor der Aufnahme einer Katze sollte man sich nämlich immer stellen: “Habe ich meine Wohnung ausreichend gesichert?”. Und nicht nur das Stellen dieser Frage ist wichtig, sondern auch ein klares und wahrheitsgemäßes “Ja” als Antwort.

BESONDERE VORSICHT BEI KITTEN

Soll ein Kitten einziehen sind die Anforderungen nochmal höher, denn auch die potentiellen Gefahren sind durchaus größer als bei ausgewachsenen Tieren. Allein schon aufgrund der Körpergröße. Kitten sind darüber hinaus meistens auch noch sehr viel neugieriger und natürlich auch unerfahrener als ihre erwachsenen Artgenossen.

VORSICHT IST BESSER ALS NACHSICHT

Ich möchte euch heute mögliche Gefahrenquellen im Haushalt für Katzen aufzeigen. Euch sollte dabei allerdings bewusst sein, dass nicht alle Punkte auf jede Katze zutreffen müssen, denn manche Katzen haben an bestimmten Dingen überhaupt kein Interesse. Manche Punkte wirken eventuell auch etwas übertrieben, aber ich sage immer: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Gerade, wenn ihr eure Katze noch nicht kennt oder noch nicht gut einschätzen könnt, dann solltet ihr lieber etwas vorsichtiger vorgehen. Die Maßnahmen lockern, kann man im Laufe der Zeit immer noch.

VOR DEM EINZUG

Es gibt bestimmte Dinge, die auf jeden Fall VOR dem Einzug der Katze erledigt werden sollten und Dinge auf die man im Alltag immer achten sollte. Ich beginne erstmal mit den Maßnahmen, die als erstes angegangen werden sollten.

ÖFFNUNGEN

Oft sind kleine Öffnungen in der Wohnung zu finden, z.B. in der Küchenzeile. Diese sollten verschlossen werden, damit die Katze nicht unter die Möbelstücke klettern kann und man sie nicht wieder raus bekommt.

Fensterkatzen-Ratgeber-Katzensichere-Wohnung-Was-Muss-Ich-Beachten-Oeffnungen

EINKLEMMEN

Katzen sind von Natur aus neugierig und überschätzen sich auch gerne mal. Deswegen sollten sämtliche Möglichkeiten, wo die Katze eingeklemmt werden kann, gesichert werden.

  • Sofa o.ä. ein Stück von der Wand abrücken, damit die Katze nicht eingequetscht wird bzw. stecken bleibt
  • Schränke ggf. so nah an die Wand schieben, dass nicht mal eine Hand durch passt
  • Bei Kippfenstern besteht natürlich auch die Gefahr des Einklemmens, dazu aber im nächsten Teil mehr

BALKON

Der Balkon sollte, wenn er den Katzen zugänglich gemacht werden soll, mit einem Katzennetz versehen werden. Es gibt zwar auch Katzen, die nur auf dem Boden bleiben, aber das sollte man nicht riskieren. Gerade wenn Vögel und Insekten vorbei fliegen schaltet das Gehirn der Katze gerne mal auf Durchzug und sie will der Beute hinterherjagen, egal wie ihre Umwelt aussieht. Dabei könnte sie ganz schnell mal über die Brüstung hüpfen und sich schwer verletzen.

TÜREN

Türstopper zu verwenden, ist auch immer eine sinnvolle Maßnahme, damit nicht ausversehen eine Katze eingesperrt wird. Womöglich noch in einem Raum, in dem es weder Futter, noch Trinken oder eine Katzentoilette gibt.

Fensterkatzen-Ratgeber-Katzensichere-Wohnung-Was-Muss-Ich-Beachten-Tuerstopper

PFLANZEN

Für Katzen giftige Pflanzen immer außer Reichweite aufstellen oder aus der Wohnung entfernen und durch Kunstpflanzen ersetzen. Aber auch bei ungiftigen Pflanzen sollte man aufpassen, dass die Katzen sie nicht komplett kahl fressen. Das führt nicht nur bei der Pflanze zum Absterben, sondern kann unter Umständen auch bei der Katze zu Erbrechen und Durchfall führen.

KABEL

Kabel werden gerne und oft von Katzen angeknabbert. Um regelmäßige Ausgaben für neue Ladekabel o.Ä. zu vermeiden und vor allem auch die Katze vor Stromschlägen zu schützen, sollten die Kabel lieber außer Reichweite aufbewahrt werden. Alternativ könnt ihr aber auch Kabelkanäle verwenden oder ihr platziert sie hinter Möbelstücken, wo die Katze nicht dran kommt.

GIFTIGE FLÜSSIGKEITEN

Solche Dinge wie Putzmittel, Cremes, etc. bitte in Schränken verstauen oder außer Reichweite der Katzen aufbewahren.

MÜLLEIMER

Futterreste riechen für die Katze besonders verlockend. Da macht sie auch nicht davor halt, wenn die Verpackung bereits im Mülleimer liegt. Von daher ist es ratsam einen Mülleimer zu verwenden, der unzugänglich für Katzen bzw. fest verschlossen ist.

MÖBEL

Mit der Zeit werden Katzen immer mutiger und klettern und springen auch höhere Schränke. Diese können unter Umständen umkippen, wenn die Katze drauf springt. Es kann dann durchaus passieren, dass die Katze mitsamt dem Möbelstück umfällt und im schlimmsten Fall sitzt an dieser Stelle noch eine andere Katze, auf die der Schrank drauf fällt. Das kann sehr gefährlich werden, deshalb sollten Schränke immer an der Wand festgeschraubt werden.

Fensterkatzen-Ratgeber-Katzensichere-Wohnung-Was-Muss-Ich-Beachten-Moebel-befestigen

FORTSETZUNG FOLGT

Sind diese Punkte alle abgearbeitet, kann man zu den Punkten kommen, die im Alltag immer zu beachten sind, denn auch im Alltag lauern immer noch jede Menge Gefahren für die Katzen, wenn man nicht richtig aufpasst. Mehr dazu gibt’s in TEIL 2.

Falls ihr noch weitere Punkte habt, die ich mit in die Liste aufnehmen sollte oder selbst (aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit) schon schlechte Erfahrungen gemacht habt, dann lasst es mich in den Kommentaren gerne wissen.

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Ein gut zusammen gefasster Ratgeber. Soweit haben wir auch alle Maßnahmen für unsere 3 Fellnasen beachtet. Was die Sicherung des Balkons angeht, haben wir auch die vertikalen Stangen noch mit vernetzt, da tatsächlich noch eine kleine Lücke entstand. Unser Finchen fand es sogar sehr spannend, das erste Netz soweit anzuknabbern, dass wir es erst einmal austauschen mussten und zum zweiten haben wir dann 1,50 m zusätzlich mit Hasendraht dicht gemacht. Da lässt sich nichts mehr durch kauen. Seit dieser „Maßnahme“ hat sie das Knabbern am Netz auch aufgegeben. 😉 Da unser Krümmel noch ein begeisterter Türöffner ist, mussten wir alle Klinken vertikal einsetzen. Mit Katzen kann man je nach Charakter zu einem Ford Knox werden. 🙂 Finchen hat neben dem Hobby Netz anknabbern auch noch Schubladen öffnen. Und damit sie sich nicht irgendwann ihr zartes Pfötchen einklemmt, haben wir nun auch Kindersicherungen angebracht. Und nochmal zurück zu Krümmel. Er liebt es unter anderem auch noch, Wände hoch zu jagen. Er ist noch recht jung und voller Energie. Die Tapete war schon nach kurzer Zeit nicht mehr ansehnlich. Also haben wir an jeder möglichen Ecke ganz hohe Kratzmatten angebracht und er liebt es, die hinauf zu jagen, herunter zu springen und wieder herauf zu klettern. Also auch hier wieder eine gute Lösung für ein recht unansehnliches Problem. 🙂 Letztendlich kann man nicht an alles denken. Manche Katzen machen so gut wie nichts, wie unsere dritte im Bunde, Fräulein Mickey mit ihren knapp 17 Jahren. Und dann gibt es die, wie Finchen und Krümmel, die wir auch abgöttisch lieben und deswegen keine Kosten und Mühen scheuen, es so sicher wie möglich zu machen, damit den Goldschätzen nichts passiert. 🙂

    1. Danke, Dorothee! Das mit dem Hasengitter ist ein super Tipp! Denn die Stäbe sind tatsächlich weiter auseinander als die Treppengitter, auch wenn das der geltenden Sicherheitsnorm entsprechen soll….naja, kindgerechte Norm… Letzte Woche stand ich vor Sichtschutz-Bespannung, aber das ist ja dann doof, da kann er nicht mehr in die Weite des Gartens schauen.
      Die letzte freie Wand im Wohnzimmer wird eine Kletterwand mit viel Sisal werden. Ecken-/Kantenkratzbretter habe ich schon gekauft. Netterweise macht er in der asiatischen Mini-Wohnung meiner Tochter nix kaputt…(horrende Kautionen!) Er erfreut sich nur an ihren nackten Füßen, die nachts aus dem Bett schauen…schwupps, gefangen ;o)
      Hast Du vllt. noch einen Tipp, welcher Kratzbaum outdoorgeeignet ist? Der Balkon ist durch den Giebel überdacht. Es regnet mitunter aber trotzdessen hin.
      Jetzt war ich froh, den Schubladen-Sicherungen entkommen zu sein …. hoffe, das bleibt mir erspart.

      1. Hallo Andrea. Einen Sichtschutz fände ich sowohl für Katze, als auch für den Menschen auch schade, weil man ja dann wirklich nicht mehr hinaus schauen kann. Wir haben auch eine Kletterwand mit einer riesen Kratzmatte. Wir hatten speziell für Krümmel auch noch einen Kletterstrick an die Decke gehängt. Alles wurde anfangs hoch frequentiert genutzt und jetzt verwaist es eher. 😉 Katzen eben. Ich glaube, Katzen haben einen heiden Spaß daran, „herunter hängendes“ zu fangen…hihihi… und wenn es ein Bein ist, auch gut. Hauptsache gefangen… 🙂 Also mit dem Kratzbaum haben wir uns nicht viel Mühe gegeben. Unser Balkon ist überdacht, von daher haben wir einen einfachen (ca. 60,- EUR) genommen. Da wir überwiegend zu Hause sind, ziehen wir ihn einfach ein Stück hinein, sollte es doch mal wie aus Bächen hinein regnen. Der Kratzbaum steht jetzt im 2. Jahr auf dem Balkon und schaut immer noch top aus, bis auf das Sisal an den untersten Streben, weil sie daran natürlich gerne ihre Krallen wetzen. Natürlich gibt es auch wetterfeste Kratzbäume, aber die kamen unserem Geldbeutel nicht so entgegen. 😉 Ja, sei froh, wenn Du keine Schubladen-Sicherung brauchst. Ist immer ein Hantier mit dem Öffnen.. 😉

    2. Hallo Dorothe, Krümmel und Finchen scheinen eine Menge Gemeinsamkeiten mit Nala und Flash zu haben – Türen öffnen, Schubladen aufziehen, Dinge durchknabbern Wir haben uns jedoch gegen eine Änderung der Klinken entschieden, da ich persönlich das ziemlich nervig finde. Bei uns sind sowieso eigentlich immer alle Türen offen und die, die es mal nicht sein sollen, werden einfach abgeschlossen. Ist zwar auch etwas merkwürdig sich im Schlafzimmer einzuschließen, aber so geht die Tür wenigstens nicht ungewollt auf.
      Viele Grüße, Maria und die Fensterkatzen Nala & Flash

  2. Oha – da werde ich erst einmal auf die Pirsch gehen, was bei uns an Fallen existiert, denn auf Vieles achtet man mit Hunden gar nicht. Naja, unsere Beiden gehen gerne mal unbemerkt mit in den Keller. Dann verlasse ich den Anschlussraum und -zack- eingesperrt. Bellen hört man doch eher als Miauen 😉
    Gespannt bin ich auf das Thema Balkon. Muss ich da auch die vertikalen Stäbe „vernetzen“? Noch ist die Katze ja bei meiner Tochter. Dort ist es üblich, dass man eine höhere (ca. 1,5m ) Sicherungstür mit vertikalen Stäben direkt an der Wohnungstür anbringt, damit Katze nicht entwischen kann.
    Meine Kinder-Treppengitter werde ich dazu nutzen, dass die Hunde die Katze eine Zeitlang (also eher einige Wochen) zufrieden lassen.
    Aber ich bin wirklich gespannt, was das wird, weil unser Haus bis zum Dachboden, auf dem man sich suuuuper verstecken kann (ausreichend vom jüngsten Familienmitglied getestet *hmpf* ), total offen ist.
    Danke für Deinen Ratgeber!!
    VG
    Andrea

    1. Hallöchen Andrea, du hast Recht, mit Hunden ist das ganze wahrscheinlich etwas einfacher. Die sind aber glaube ich auch nicht so super neugierig wie Katzen, die immer überall hin wollen oder?
      Zum Thema vertikale Stäbe: Die würde ich ebenfalls vernetzen, falls der Abstand nicht eng genug ist. Wenn ein Katzenkopf gerade so durchpasst kann es natürlich sein, dass die Katze “durchflutscht” oder im schlimmsten Fall stecken bleibt und Panik bekommt. Und das sollte ja vermieden werden. Die Idee mit dem Kinder-Treppengitter finde ich gut! So hat die Katze erstmal ihre Ruhe und kann sich zurück ziehen, wenn es ihr zu bunt wird mit dem Hund Ich bin gespannt, was du noch so zu berichten hast in Zukunft!
      Viele Grüße, Maria und die Fensterkatzen Nala & Flash

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