Die Nacht zusammen verbringen

Die Nacht zusammen verbringen

Jeder neue Katzenbesitzer muss sich relativ schnell die Frage stellen: Darf meine Katze nachts mit ins Schlafzimmer und sogar mit ins Bett oder lieber nicht? Es gibt dazu ganz unterschiedliche Meinungen. Manche finden, dass wenigstens das Bett eine Haarfreie Zone sein sollte und sie nachts lieber ihre Ruhe haben möchten. Andere hingegen können sich nichts schöneres vorstellen, als abends mit der Katze im Bett einzuschlafen und morgens neben ihr wieder aufzuwachen.

WIE ALLES BEGANN

Bei uns ist es anfangs ein Mix aus beidem gewesen. Wir hatten nichts gegen die Haare im Bett, schließlich blieb das eh nicht aus, weil ja auch an uns und unserer Kleidung Haare hängen bleiben. Aber wir wollten auch eine ruhige Nacht haben und nicht ständig von irgendwelchen Geräuschen oder von einer auf uns rumtrampelnden Katzen geweckt werden. Das hat auch in den ersten Wochen und Monaten eigentlich ganz gut geklappt. Nur tat es mir da schon immer total leid Flash abends immer aus dem Schlafzimmer werfen zu müssen. Er kam nämlich liebend gern nach seinem Abendessen mit uns ins Bett und hat sich am Fußende eingekuschelt. Da er nachts, während wir schlafen, aber nicht im Raum sein sollte, haben wir ihn anfangs immer rausgetragen, sobald wir schlafen wollten.

Flash hat das zwar mehr oder weniger akzeptiert, aber als er irgendwann gelernt hatte wie man Türen öffnet, stand er schon das eine oder andere Mal nachts einfach so bei uns im Bett. Da er aber auch die heimliche Leidenschaft hegte Füße unter der Decke anzugreifen, flog er schnell wieder auf dem Schlafzimmer. Um ständig nächtlichen Besuch zu vermeiden, haben wir irgendwann angefangen die Schlafzimmertür nachts abzuschließen, sodass Flash selbst wenn er es versuchte, es nicht schaffen konnte die Tür zu öffnen. Allerdings wurde er mit der Zeit immer hartnäckiger und es blieb nicht bei 1-2 Versuchen. Flash hatte Ausdauer und „kämpft“ sehr lange für sein Ziel, wenn er etwas möchte. So kam es fast jeden Tag dazu, dass teilweise stundenlang immer wieder gegen die Türklinke sprang. Und da die Tür natürlich nicht aufgehen konnte, machte die Türklinke jedes Mal wenn sie runtergedrückt wurde und wieder hoch schnellte, einen Heidenkrach. Das konnte so nicht weiter gehen, denn eine schlaflose Nacht verfolgte die Nächste. „Nein“ sagen brachte nichts und Flash gab keine Ruhe bis er nicht bekam was er wollte oder wir nach einer Nacht mit wenig Schlaf eh aufstehen mussten. Ja, ich weiß, dass nachgeben keine gute Erziehungsmethode ist, das war uns auch klar, aber nach mehreren Wochen mit teilweise nur 3-4 Stunden Schlaf (nicht am Stück!) kann man körperlich und nervlich auch einfach nicht mehr, wenn man am nächsten Tag einigermaßen fit zur Arbeit gehen möchte.

EIN MAL UND NIE WIEDER

Lange Rede kurzer Sinn: Wir wollten Flash die Chance geben die Nacht mit uns zu verbringen, da er ja offensichtlich unsere Nähe suchte und brauchte. Leider hatte sich sein „Fußfetisch“ bis dahin nur weiter verschlimmert und man konnte keine Bewegung machen ohne, dass Flash sich sofort auf Füße und Beine stürzte. Gerade wenn man sich im Tiefschlaf befindet und einem dann super spitze, scharfe, lange Krallen in empfindliche Füße gebohrt werden, würde man ihm am liebsten den Hals umdrehen. Bei mir hielt es sich zum Glück in Grenzen, aber der Katzenpapa hatte eine ganz fürchterliche erste gemeinsame Nacht. Ich war zwar froh, dass er Flash in seinem Ärger nicht hochkant aus dem Schlafzimmer geworfen hat, aber für ihn stand fest: ein Mal und nie wieder! Denn auch so bekamen wir kaum mehr Schlaf als ohne Flash als Schlafgast.

ZWEITER VERSUCH

Vor ein paar Monaten haben wir dann nochmal einen zweiten Versuch gewagt, aber auch der ging wieder nach hinten los. Mal abgesehen davon, dass wir das Fenster über Nacht nicht öffnen konnten und es dadurch im Schlafzimmer total warm und stickig war, kamen wir kaum zum Schlafen.

Diesmal jedoch wollte ich nicht so einfach das Handtuch werfen, da es Flash ja schon wichtig zu sein scheint nachts bei uns zu sein, wenn wir schon den ganzen Tag auf der Arbeit verbringen. Also mussten wir einfach da durch. Und es wurde mit der Zeit auch besser. Er hatte einigermaßen verstanden, dass man Füße nicht angreift (zumindest nicht unter der Decke) und auch seine nächtlichen Weckaktionen wurden weniger. Im Laufe der Zeit kam sogar ein gewisser Rhythmus zustande. Flash ist abends am Fußende eingeschlafen und kam gegen 3 / 4 Uhr zu mir zum kuscheln. Ich habe mich dann auf den Rücken gelegt und er sich auf meine Brust bzw. meinen Bauch gekuschelt, sich kraulen lassen und dabei laut geschnurrt. Nach 15min ist er dann entweder selber wieder eingeschlafen oder wieder raus gegangen, sodass ich weiter schlafen konnte. Jede Nacht geweckt zu werden war zwar immer noch nicht optimal, aber ich konnte mich damit arrangieren und empfand es auch als ganz süß.

ROUTINE

Nach einer Weile hatte sich das alles etwas eingependelt. Nala schlief meistens in der Küche in ihrem Körbchen und Flash bei uns im Bett. Er hielt uns nun nicht mehr ständig auf Trab, sondern schlief selber sehr viel. Und es hatte den Vorteil, dass man eigentlich auch gar keinen Wecker mehr brauchte, weil er uns immer rechtzeitig weckte, sodass man sogar noch ein bisschen Zeit hatte, um gemeinsam im Bett zu kuscheln und entspannt in den Tag zu starten.

NEUE PROBLEME

Leider hielt diese doch recht angenehme nächtliche Situation nicht so lange an. Durch den Sommer und den früheren Sonnenaufgang, fing Flash nun von Tag zu Tag früher an zu „meckern“ und die Morgende verliefen nicht mehr so entspannt. Und an den Tagen als es so schrecklich heiß draußen war, blieb die Schlafzimmertür auch wieder zu, weil es einfach unerträglich war das Fenster nachts nicht öffnen zu können. Das störte Flash auch an sich nicht weiter, da ihm bei den Temperaturen eh nicht nach unserem warmen Bett und kuscheln war. Jedoch wollte er natürlich trotzdem morgens immer lautstark sein Hungerleiden mitteilen und die Türklinkenspringerei ging wieder los…

OFFENES ENDE

Wie ihr seht, haben wir noch keine optimale Lösung gefunden, die auf Dauer für alle Beteiligten funktioniert. Lediglich Nala hält sich aus allem raus und ist wie immer eine ganz Liebe und zufrieden mit dem was sie bekommt, denn sie weiß genau, dass sie ihr Futter immer von uns bekommt, auch wenn sie nicht solchen Terror veranstaltet wie ihr Bruder.

Die Zeit allein wird zeigen, wie die Geschichte weiter geht und ich weiß von einigen Unterhaltungen mit anderen Katzenbesitzern, dass es auch viele Fälle gibt, in denen es viel leichter und schneller klappt mit dem gemeinsamen Übernachten. Ein erster Schritt wird sein, dass für den nächsten Sommer auch jeden Fall ein Katzennetz am Schlafzimmerfenster angebracht wird oder es zumindest ausreichend gesichert wird, damit Flash nachts zu uns kommen kann, wenn er das Bedürfnis verspürt, aber wir auch nicht gleichzeitig ersticken oder den Hitzetod sterben müssen.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Eine meiner Katzen, forderte am Anfang um 6.00 Uhr ihr Futter ein. Und ich musste neben ihr stehen bleiben, bis sie fertig war. Bei den anderen Fütterungszeiten, legte sie keinen Wert auf meine Anwesenheit.
    Katzen eben.
    Die Forderung nach Futter wurde immer früher und irgendwann, waren wir bei 3.00 Uhr angelangt.
    Ich kam dann auf die Idee, fünf Minuten bevor ich ins Bett gehe, die Katzen noch einmal zu füttern.
    Gut, wir gehen erst gegen Mitternacht schlafen und das kann nicht jeder.
    Seitdem ich um Mitternacht noch einmal füttere, können wir bis ca 8.00 Uhr (mit Katze im Bett)
    schlafen.

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