Woran erkenne ich hochwertiges Futter?

Woran erkenne ich hochwertiges Futter?

Diese Frage stellt sich hoffentlich jeder Katzenbesitzer irgendwann mal, je früher desto besser. Wer sich näher mit dem Thema befasst, wird schnell merken, dass die Marken aus der Werbung wie Whiskas, Felix und Co. zwar sehr günstig sind, aber in der Regel ziemlich schlechtes bzw. ungesundes Futter anbieten. Damit ihr nicht das ganze Internet durchforsten müsst, woran man gutes, hochwertiges Katzenfutter erkennt, habe ich euch das in diesem Beitrag alles einmal zusammengefasst.

Es gibt immer wieder Diskussionen über das Thema Futter und das wird wahrscheinlich auch nie aufhören, allerdings vertrete ich hier ausschließlich meine persönliche Meinung was bei der Fütterung wichtig und richtig ist. Diese Meinung habe ich mir nach ausgiebiger Recherche im Internet, nach vielen Gesprächen mit anderen Katzenhaltern und meinen eigenen Erfahrungen gebildet.

BARF

Ich beginne mal kurz mit der wahrscheinlich gesündesten und artgerechtesten Fütterung, dem barfen. Hierbei steht die Abkürzung BARF für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ und wie der Name es schon sagt, handelt es sich dabei um eine Methode, bei der ausschließlich rohe Bestandteile, vor allem Muskelfleisch und Innereien, verfüttert werden. Allerdings ist das ein sehr komplexes Thema mit dem ich mich hier in diesem Beitrag nicht weiter beschäftigen werde, sondern ausschließlich mit der Fütterung von gängigerem Katzenfutter. Deshalb möchte ich hier nicht näher darauf eingehen und euch mehr über die weiter verbreitetere Methode, die Fütterung mit Nassfutter, erzählen. Wer sich dennoch selber näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet zum Beispiel HIER eine ganze Menge an nützlichen Infos.

Fleischanteil

Das mitunter wichtigste Kriterium für hochwertiges Katzenfutter ist der Fleischanteil, der immer an erster Stelle der Zusammensetzung aufgeführt wird. Er sollte auf jeden Fall mindestens 60 % betragen und die Bestandteile sollten klar erkennbar sein. Hier mal drei Beispiele für gute und schlechte Fleischanteile und deren Beschriftung:

  • 70% Wild (bestehend aus ca. 70% Herz & Muskelfleisch, davon ca. 2/3 Fleisch und 1/3 Herz; ca. 30% Leber)
  • Fleisch (min. 70% Rind) und tierische Nebenerzeugnisse (Rinderherzen, Rinderlunge, Rinderpansen)
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Geflügel)

Wie bei den letzten beiden Beispielen erkennbar, werden auch gerne mal „tierische Nebenerzeugnisse“ aufgeführt. Klingt so an sich erstmal gar nicht so schlecht. Wenn man sich allerdings mal vor Augen führt, dass sich hinter diesem Begriff oft Abfälle wie Haare, Krallen, Haut, Urin, etc. verstecken sieht das Ganze schon anders aus. Jedoch zählen auch Innereien wie Herz und Leber zu tierischen Nebenerzeugnissen, sind aber wiederum sehr hochwertige und wertvolle Bestandteile. Die Beispiele oben zeigen allerdings auch, dass sowas bei hochwertigem Futter meist extra aufgeführt wird, denn wer gute Bestandteile benutzt will dies ja schließlich auch deutlich zeigen und nicht verstecken.

Pflanzliche Inhaltsstoffe

Katzen sind reine Fleischfresser mit einem relativ kurzen Darm. Das bedeutet, dass die Katze die pflanzlichen Bestandteile der Nahrung nicht verwerten kann und sie unverdaut wieder ausscheidet. Lediglich ein minimaler Anteil von 2 – 3 % darf in gutem Futter enthalten sein, denn dieser wird auch in der Natur durch den Verzehr einer Maus aufgenommen. Mäuse sind, im Gegensatz zur Katze, Allesfresser, sodass der Mageninhalt höchstwahrscheinlich pflanzliche Bestandteile enthält, die die Katze beim Verzehr ebenfalls zu sich nimmt.

Es sollte aber auf keinen Fall Soja oder Mais enthalten sein. Am besten auch kein Reis und kein Getreide, wobei das hin und wieder auch in sonst relativ hochwertigem Futter zu finden ist. Frisst eure Katze oft Futter mit einem hohen pflanzlichen Anteil, so wird es auf Dauer zu starken Verdauungsproblemen kommen. Darüber hinaus können sogar Organe wie Leber und Nieren, die bei der Verarbeitung von solchem Futter übermäßig beansprucht werden, ernsthafte Schäden davon tragen.

ZUSÄTZE & NÄHRSTOFFE

Nicht nur durch zu hohe pflanzliche Anteile im Futter können schwerwiegende gesundheitliche Schäden entstehen, sondern auch bei der falschen Dosierung von anderen Zusätzen und Nährstoffen sowie dem Hinzufügen von unnötigen Stoffen.

Stoffe, die auf jeden Fall in der richtigen Menge im Futter enthalten sein sollten:

  • Vitamine dürfen in keiner Ernährung fehlen, weder bei uns Menschen noch bei der Katze.
  • Eiweiße & Proteine dienen euren Fellnasen als Energielieferant und sollten am besten nur tierischer Natur sein.
  • Fett wird in Form von Fettsäuren benötigt, kann jedoch nicht selbst vom Katzenkörper gebildet werden und muss daher über die Nahrung aufgenommen werden. Auch hier gilt: tierische Fette sind immer besser als pflanzliche, also achtet hier wieder auf die Inhaltsstoffe!
  • Calcium & Phosphor sorgen für ein gesundes Knochenwachstum und sollten im Verhältnis von 1,2:1 stehen.
  • Taurin ist für die Katze besonders wichtig, da es für verschiedene Vorgänge benötigt wird und kann nicht in der benötigten Menge selbständig produziert werden. Eine geeignete Menge wäre meiner Meinung nach 1000 – 1500 mg pro Kilogramm Futter. Die Katze benötigt diesen Nährstoff zum Beispiel für den Stoffwechsel, aber auch für das Sehvermögen, denn ein Mangel kann im schlimmsten Fall zu Netzhauterkrankungen und somit zur Erblindung führen.

Natürlich gibt es auch Zusatzstoffe, die NICHT in ein gutes Futter gehören:

  • Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht, aber generell gilt: je weniger desto besser.
  • Zucker kann die Katze gar nicht schmecken, sodass es lediglich ein günstiger Füllstoff ist, der nur den Anteil an unnötigen Kohlenhydraten hochschraubt!
  • Farbstoffe sind meistens nur für uns Menschen, damit das Futter besser aussieht, aber der Katze ist das vollkommen egal und sie kann sehr gut darauf verzichten!
  • Konservierungsstoffe gehören ebenfalls nicht in ein gutes Katzenfutter, vor allem nicht wenn es sich dabei auch noch um künstliche handelt. Sie machen das Futter zwar länger haltbar, aber bringen der Katze rein gar nichts und man muss sich auch nicht gleich einen Vorrat für die nächsten Jahre kaufen, sodass es was bringen würde, das Futter haltbar zu machen.
  • Aromastoffe & Geschmacksverstärker braucht die Katze ebenso wenig, wie die vorher aufgelisteten Zusatzstoffe. In der Natur schmeckt die Maus eben wie eine Maus und wird nicht zusätzlich aromatisiert bevor die Katze sie verspeist und trotzdem scheint es zu schmecken, also auch hier: Finger weg von solchem Futter!

Feuchtigkeit

Wasser bzw. Feuchtigkeit wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen, da Katzen in der Regel ja eher wenig trinken. Deshalb ist es umso essentieller, dass in einem hochwertigen Nassfutter genug Feuchtigkeit enthalten ist. Für den Fall, dass es euch immer noch zu wenig Flüssigkeit ist, könnt ihr zusätzlich auch noch etwas Wasser unter das Futter mischen, damit seid ihr dann auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Grundsätzlich ist es aber empfehlenswert, wenn mindestens 60 % Feuchtigkeit im Futter enthalten ist. Auf der anderen Seite sollte der Anteil aber auch nicht mehr als 80 % betragen.

Bitte verfüttert nie nur Trockenfutter, selbst wenn Trinknäpfe zur Verfügung stehen. Die Tiere nehmen dann insgesamt wahrscheinlich zu wenig Wasser zu sich, da sie wie gesagt eher schlechte Trinker sind und die Gefahr droht, dass sie dehydrieren, wodurch ernsthafte Krankheiten auftreten können!

Fütterungsempfehlung

Die Fütterungsempfehlung gibt im Zweifelsfall auch einen Hinweis darauf, wie qualitativ hochwertig das Futter ist. In der Regel wird bei schlechtem Discounter-Futter eine weitaus höhere Tagesration angesetzt, da das Futter durch viele schlechte Bestandteile nicht wirklich lange sättigt. Hier ein kleines Beispiel für eine 5 kg schwere Katze:

  • MAC‘s: 180 – 250 g pro Tag
  • Whiskas: 350 g pro Tag

Als Faustregel kann man sich also merken: je geringer die vom Hersteller empfohlene Tagesration ausfällt, desto hochwertiger ist das Futter. Und wenn man sich mal genauer mit diesem Thema in Verbindung mit den Futterkosten auseinandersetzt, stellt man sogar fest, dass manches hochwertiges Futter, das auf den ersten Blick teuer wirkt, auf Dauer eigentlich gar nicht so teuer ist. Denn hier sieht man gut: die Menge macht den Unterschied! (Stand: 25.04.2017; QUELLE: http://www.zooplus.de/)

Tabelle

Merkt euch also: hochwertiges Futter ist nicht unbedingt teurer, denn ihr müsst davon deutlich weniger verfüttern. Und bei vielen guten Marken wird das Futter auch weitaus günstiger, je größer die einzelnen Portionen sind die ihr kauft (siehe Beispiel oben). Hinzu kommt auch noch, dass ihr durch hochwertiges Futter in der Regel weitaus seltener wegen irgendwelchen Krankheiten zum Tierarzt müsst. Denn diese werden häufig einfach nur durch falsche bzw. nicht artgerechte Fütterung verursacht.

Hochwertige Marken

Hier habe ich euch mal eine Liste erstellt, welche Hersteller ich als relativ hochwertig empfinde und die durchschnittlichen Preise mit aufgeführt (Stand: 25.04.2017; QUELLE: http://www.zooplus.de/).

ACHTUNG: Nicht alle Sorten dieser Marken sind gleichermaßen hochwertig, also immer darauf achten, was auf den einzelnen Sorten an Inhaltsstoffen drauf steht! Zudem können die Preise von Shop zu Shop und bei größeren Mengen variieren, die angegebenen Preise sind Durchschnittspreise und dienen lediglich der besseren Vergleichbarkeit!

  • Animonda Carny (3,08 € / kg)
  • Leonardo (4,99 € / kg)
  • Feringa (5,40 € / kg)
  • MAC’s (5,41 € / kg)
  • Catz Finefood (6,24 € / kg)
  • Grau (6,66 € / kg)
  • GranataPet (6,66 € / kg)
  • Terra Faelis (9,08 € / kg)
  • O’Canis for Cats (9,16 € / kg)
  • Thrive Complete (11,11 kg € / kg)
  • Pussy Deluxe (11,66 € / kg)
  • Greenwoods (11,89 € / kg)
  • Wahre Liebe Landlust (12,25 € / kg)
  • Lucky-Kitty (14,75 € / kg)

Fazit

Man sollte bei gutem Katzenfutter also schon auf einiges achten, aber am allerwichtigsten ist immer noch, dass das Futter auch gut vertragen werden und der Katze schmecken sollte. Wenn man eine sehr wählerische Katze hat, die absolut nicht an eine hochwertige Futtersorte ran geht, dann bleibt einem wohl oder übel nichts anderes über, als es mit minderwertigerer Nahrung zu probieren. In der Regel gibt es aber genug Auswahl an hochwertigen Marken, sodass da schon was für jeden Katzengeschmack dabei sein sollte. Man muss als Mensch nur die Geduld und den Geldbeutel haben, sich durchzuprobieren und nicht gleich nach zwei Versuchen aufzugeben. Also tut euren Lieblingen was Gutes! Und damit wünsche ich euch in Zukunft frohes und gesundes Mampfen für eure Fellnasen!

ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN PUNKTE:

  • Hoher Fleischanteil (mindestens 60 %)
  • Wenig pflanzliche Inhaltsstoffe (kein Getreide, Soja Mais)
  • Nährstoffe (Vitamine, Proteine, Fette, Calcium, Phosphor, Taurin)
  • Keine unnötigen Zusätze (Zucker, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, künstliche Aromastoffe)
  • Feuchtigkeit (angemessene Menge)
  • Fütterungsempfehlung beachten (je niedriger desto besser)
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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ich wünschte, ich hätte solche Kater. Ich fange mal mit dem an, was beide verweigern:

    – rohes Fleisch
    – jegliches Menschenfutter (egal ob Jogurt, Quark, Fleisch, Sahne, also alles)
    – und eigentlich alles, was ihr aufgelistet habt

    Paul ist noch schlimmer. Er frisst fast ausschließlich Filet (Ergänzungsfutter). Filet als Alleinfutter wie z. B. Thrive? Eher verhungert er.
    Wir haben alles probiert.
    Eine Mikrobe Futter untergemischt verschmäht er. Nahrungsergänzungsmittel (angeblich geruchsfrei) auf das Futter verschmäht er. Trockenfutter (leider ja) gibt es auch nur 1 Sorte, die Paul frisst. RC Sensible 33.
    So bekommt er wenigstens ein paar Vitamine, Mineraliern usw.

    Zwei mal sind wir die Harte Schiene gefahren. Paul verhungert vorm vollen Napf. Vor etwas einem halben Jahr hat er in einer Woche fast 700 Gramm abgenommen, teilweise 24 Stunden nichts gefressen. Das ist auch nicht gesund für ihn.
    Ich habe leider keine Idee mehr, wie ich eine Futterumstellung noch schaffen kann.
    Zu diesem Thema könnte ich einen Roman schreiben, ich belasse es mal bei diesem kurzen Statement

    Gruß,
    Anke

    1. Da hast du aber wirklich zwei Spezialisten bei dir zu Hause Dein Paul scheint ja wirklich knallhart zu sein, wie alt ist er denn? Dass er so schnell abgenommen hat und dann trotzdem so lange nichts frisst ist wirklich nicht gut, da hast du vollkommen Recht. Ich bin aber ehrlich gesagt auch etwas ratlos. Hast du das Thema schon mal mit einem Tierarzt oder Tierpsychologen besprochen? Vielleicht hat der ja noch einen Rat oder kennt jemanden, der Erfahrungen mit solchen Fällen hat!?
      Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass ihr das eventuell doch noch in den Griff bekommt!

      Viele Grüße,
      Maria

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